Samstag, 17. Dezember 2011

Botschaft in Bagdad


Präsident Obama hat den Irak-Krieg nach neun Jahren mit Pomp und Fahnenparade für beendet erklärt.
Damit findet ein Krieg, der von Anfang an auf Lügen aufgebaut war, nach neun Jahren sein offizielles Ende. 



Dabei ging es vor allem um Rache für den 11. September.
Das ideologische Ziel, den Mittleren Osten zu demokratisieren, wurde dramatisch verfehlt. Die Situation in dieser Region ist instabiler als je zuvor. Korrupte Clans, eifernde Religionsgruppen terrorisieren die irakische Bevölkerung. Der Iran ist gefährlich isoliert. Das wahabitisch-anachronistische System in Saudi-Arabien wurde weiter gestärkt. Die Türkei hat eine neue Vormachtstellung in der Region erreicht. Syrien steht vor einem Bürgerkrieg. Und Afghanistan ist immer noch ein failed state, in dem die Warlords sich auf den Abzug der westlichen Truppen vorbereiten.

Für dieses "herausragende" Ergebnis amerikanischer Außenpolitk mussten zehntausende Iraker und über 4000 US-Bürger ihr Leben lassen. Gut, dass zumindest der offizielle Krieg ein Ende findet.

Sollte man meinen. 
Wenn da nur nicht die kleine Randmeldung ware, dass die USA zukünftig die größte Botschaft der Welt ausgerechnet in Bagdad unterhalten werden. Ihr werden nach vorsichtigen Schätzungen unglaubliche 16.000 Mann angehören. So etwas nannte man früher Besatzungstruppen, zu Zeiten des Kalten Krieges Militärberater. Jetzt sind es also Botschaftsangehörige....

Man beendet also einen verlogenen Krieg, um mit einer neuen Lüge fortzufahren?

"Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit." 
 Das wußte schon Aischylos vor 2500 Jahren.


Irgendwie beruhigend, dass sich manche Dinge nicht ändern.....

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Donnerstag, 24. November 2011

Das Wunder vom Rasenmähen, Robotern etc

Per Zufall stieß ich heute auf diesen Buchtitel:

gefunden bei  http://www.rasen-maehen.de/

Ich habe das Buch nicht gelesen. Aber der Titel fiel mir einfach auf, weil er Bezug zu meinem Blog hat und ich ihn einfach originell fand. Nach ein bischen Stöbern im Internet fand ich doch einige gute und freundliche Rezensionen. 

Zum Beispiel die Buchbesprechung der Sofagärtnerin: 

Gleich vorweg: der Bezug zum Gärtnern beschränkt sich auf die Ausübung eines Hilfsjobs in einer Gärtnerei mit Schwerpunkt Unterhaltsarbeiten, das Umschlagsbild und eine spontane Gartenlektion einer Obdachlosen beim Gramercy Park in Manhattan. Dies ist absolut kein Grund auf die Lektüre dieser warmherzigen Erzählung voll witziger Dialoge zu verzichten. Schliesslich passiert es auch mir nicht wöchentlich, dass ich abends kurz vor elf Uhr mit der Lektüre eines neuen Buches beginne und dann gleich mal rasch hundert Seiten lese, bevor ich es widerstrebend weglege und endlich schlafen gehe. ...
Mehr dazu bei:
 http://sofagaertnerin.blogspot.com

Warum sollte ich das Buch also nicht hier empfehlen?
Zumal ich mich selber vor einiger Zeit mal mit dem Thema -eher humorvoll- beschäftigt habe:
rasenmaeher-roboter-und-fremdlaendische-gesaenge/


Was hat Rasenmähen mit Wundern zu tun? Vielleicht ist es die Monotonie der Arbeit, das Schaffen im Freien bei meist schönem Wetter, das die Gedanken und Ideen fließen lässt, der Phantasie Raum gibt.
Und: Wunder ohne Phantasie sind eben nur durchschnittliche Überraschungen.
 

Montag, 14. November 2011

Weihnachten mit OBI


Gestern abend geschah es:
Süssliches Glöckchengebimmel mit weihnachtlichen Klängen untermalt schreckte mich aus dem Dämmerszustand. Ich riss entsetzt die Augen auf und starrte auf den Bildschirm. Und da war es!
Goldene Weihnachtsbäume, Schneeflockengeschwirre, winter-weihnachltich gekleidete Menschen und dazu dieses abgeleierte Christmas-Gedudel. Das ganze wurde zum Schluss untermalt vom rhythmischen OBI-Klatschen.
 




 (Ich muss zugeben, der Spot war eigentlich ganz gut gemacht. Wie fast alle OBI-Spots. Aber Leute, ist denn schon Weihnachten?)


Bei Aldi liegen seit September die Spekulatius aus, die Baumärkte haben seit Oktober ihre Weihnachtsabteilung fertig dekoriert und eine Woche vor Allerheiligen, kommen die Werbefritzen im Fernsehen schon mit Weihnachtsmusik daher. Es drohen uns also sieben Wochen lang Jingle Bells und dicke Männer mit roten Mützen, die sich an kleine Kinder heranmachen und dabei höhnisch lachen, während sie für OBI, ALDI; LIDL, DIDL werben.

Wer will denn sowas?

Gibt es noch günstige Flüge auf die Osterinseln? 

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Sonntag, 23. Oktober 2011

Zigarettenrauch bei Jauch

Ein historisches Ereignis:

Geschehen am Sonntag, den 23.10.2011 um 22.03 Uhr in Berlin.

Ein Mann greift zur Zigarette, zündet sie an und raucht! 


Er raucht nicht in der windigen Ecke vor einem Restaurant, nicht auf dem Kneipenklo, nicht am lächerlichen Smokers-Point auf einem deutschen Bahnsteig. Er raucht zur Primetime, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, live übertragen in Millionen Haushalte. Nun handelt es sich bei dem Raucher um einen 92 Jahre alten Mann und nebenbei um den Altbundeskanzler Helmut Schmidt, aber es wird ihn nicht schützen:



 Ein Aufschrei wird durch Deutschland gehen! Wie konnte er das wagen? Wie konnte der an diesem Tag noch blässer als sonst wirkende Jauch das zu lassen? Wo war die Drogenbeauftragte der Bundesregierung?Warum schritten die Indendanten der Fernsehanstalten nicht ein? Wo waren die Untertitel mit Warnhinweisen: "Nicht hingucken! Raucht!"?

Die ganze lächerliche Empörungskultur der Nichraucheraktivisten und Gesundheitsbeglücker wird sich in den nächsten Tagen mit geballter Kraft entladen. Und warum? Weil ein verlogenes Tabu gebrochen wurde. Im Fernsehen wird nicht geraucht. Seit Jahren nicht. Viele Politiker, Journalisten, Medienschaffende frönen zwar munter dem qualmenden Laster. Doch taucht eine Kamera auf, mutieren sie alle zu scheinheiligen Nichtrauchern.

In Fernsehproduktionen ist ein rauchender Mensch die absolute Seltenheit. Es wird gesoffen, gekifft und gehurt im deutschen Fernsehn, dass es eine Pracht ist, aber einen Menschen, der sich eine Zigarette ansteckt, wird man kaum entdecken. Fernsehen als Abbild der gelebten Wirklichkeit? Unerwünscht. Es lebe die politisch korrekte Verlogenheit!

Nur im Unterschichtenprogramm, bei Schulden-Zweeger oder Frauentausch kann man dann und wann einen Raucher entdecken. Da gehören sie offensichtlich nach Meinung der selbsternannten Volksgesundheitsschützer auch hin. Motto: Wer raucht ist dumm, arm oder asozial.

Und jetzt das: Ein ehrwürdiger alter Herr, ein Staatsman, der ganz selbstverständlich seine Zigartte schwenkt und Witze darüber macht, ein Kanzlerkandidat, der bekennt Raucher zu sein, ein Moderator, der der Quote wegen, den Aschenbecher bereit stellt -

Sternstunde des Fernsehjahres 2011
Die Lebenswirklichkeit hat sich ins Medium geschlichen. Danke! 
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Samstag, 22. Oktober 2011

Lady Gaga im Kanzleramt

Auf dem Landesparteitag der Grünen in Bayern hat der Ministerpräsident von Baden-Würtemberg, Winfried Kretschmann, dazu aufgerufen an Wunder zu glauben. Die Parteitagsdelegierten hatten den Gastredner aus dem Nachbarländle wie einen Heilsbringer frenetisch gefeiert. In Hinblick auf eine mögliche Regierungsbeteiligung der Grünen im Wahljahr 2013 riet er ihnen, an Wunder zu glauben...Da hätte er doch auch einfach sagen können: "Leute, das wird wohl nix!



Ins Kanzleramt in Berlin ist, von der Öffentlichkeit bisher weitgehend unbemerkt, ein Megastar der Pop-Kultur eingezogen. Zumindest wenn man der Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth folgt. Auf dem eben erwähnten Parteitag der Grünen in Bayern verkündetet sie in Hinblick auf die neuesten Steuersenkungspläne der Regierung, Frau Merkel mache sich zur Lady Gaga der deutschen Politik....Hinter den ständig wecheselnden, fantasievoll bis geschmacklosen Verkleidungen der Ladiy Gaga verbirgt sich in Wahrheit ein kleines, intelligentes, ziemliches blasses, italienisch-stämmiges Hühnchen. Und hinter der Bundeskanzlerin? Ein ostdeutscher Broiler?

Noch ein Parteitag. Die Linke hat die gestern die Freigabe aller Drogen in ihr Grundsatzprogramm aufgenommen. Euro-Krise, Endzeitsymptome des Kapitalismus, weltweite Demonstrationen gegen das herrschende Wirtschaftssystem und Gysi, Lafontaine und Co. diskutieren über die Straffreiheit für Kiffer und Kokser....Ministerpräsident Kretschmann hat Unrecht. Man muss nicht an Wunder glauben. Man kann sie in der deutschen Politik täglich erleben.