Mittwoch, 21. September 2011

Papst Benedikt XVI und respektlose Abgeordnete

Vorwort: Der Autor dieser Zeilen ist nicht katholisch und ist auch kein Geheimagent irgendeines papistischen oder marianischen Zirkels, sondern nur ein kritisch denkender Bundesbürger.


Wenn morgen Papst Benedikt XVI. auf Einladung des Bundestagspräsidenten im Reichstag sprechen wird, prahlen etwas 100 Abgeordnete schon seit Wochen damit, dass sie dann den Plenarsaal verlassen werden.Von verschiedenen Medienvertretern werden sie bei diesem Vorhaben kräftig unterstützt.

Es werden verschiedene Gründe für dieses Verhalten angeführt, die alle nicht recht überzeugen können.
Offensichtlich versucht man doch eher auf einer scheinbar antiklerikalen Welle in Deutschland mit zu schwimmen und sich davon etwas eigenes Profil zu erhoffen.

Die selben Herren und Damen, die selben Medien bringen einem tibetanischen Priesterkönig (auch nicht sehr demokratisch, oder?) tiefste Verehrung entgegen, feiern begeistert eine Landesbischöfin, die angetrunken durch die Innenstadt Hannovers gefahren ist, begegnen jedem Rabbiner, jedem Vorsteher einer muslimischen Gemeinde mit Respekt.

Aber wenn das Oberhaupt von 1,2 Milliarden Katholiken in die Hauptstadt seiner Heimat kommt, hat man keine Probleme die einfachsten Regeln des Anstandes zu verletzen.
Da betritt ein hoch gelehrter, alter Herr den Saal, dem weltweit Zehntausende zuströmen, wenn er irgendwo spricht, dem auf dem letzten Weltjugendtag in Madrid über 1 Millionen Jugendliche zugejubelt haben und der kleine Abgeordnete P aus Q verlässt in seiner ganzen Wichtigkeit demonstrativ den Saal. Über so viel peinliche Selbstüberschätzung eines vermeintlichen Volksvertreters kann man sich nur wundern

Man muss ja nicht mit der Lehrmeinung des Papstes übereinstimmen, man kann manches an dem Verhalten der katholischen Kirche in den letzten Jahrhunderten verurteilen. Aber man könnte doch erwarten, dass diese Abgeordneten in der Lage sind jemandem auch dann 20 Minuten zu zuhören, wenn sie nicht mit ihm übereinstimmen.  Wer dies nicht kann und stets nur sein eigenes Lied hören möchte, der ist eigentlich politikunfähig.

Zumindest sollten diese Abgeordneten auch bedenken, dass sie mit ihrem Verhalten Hunderttausende von Menschen in Deutschland beleidigen, die in Krankenhäuser, Altenheimen, KIndergärten, Schulen, in der Obdachlosenbetreuung, den diakonischen Einrichtungen Tag für Tag aus christlich-katholischer Überzeuguung ihren wertvollen Dienst für die Gesellschaft und den Einzelnen leisten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen